Scham und Zukunftsangst: Trotz Wirtschaftswachstums sind viele deutsche Haushalte verschuldet

Mit einer Inflationsrate von nur 1,5 % lag der Wert deutlich unter der Inflation in den zwei vorhergehenden Jahren. Doch trotz der stabilen Wirtschaftslage im vergangenen Jahr und dem prognostizierten Wirtschaftswachstum in diesem Jahr, ist die Anzahl der überschuldeten Privatpersonen und Unternehmen immer noch hoch in Deutschland.

Die Zahl der überschuldeten Haushalte ist immer noch hoch

Im Jahr 2012 betrug die Zahl der privaten Insolvenzverfahren 900.000. Insgesamt gelten aktuell 6,6 Millionen Menschen in Deutschland als überschuldet. Allerdings können sich viele dies nicht eingestehen, schließlich wird Überschuldung von der Gesellschaft als persönliches Versagen angesehen. Bei einer Häufung von Rechnungen und Mahnungen verlieren viele Menschen den Überblick über ihre finanzielle Situation. Vielen fällt es schwer, sich ihrem Problem zu stellen und die Unterlagen mit den Forderungen der Gläubiger zu sammeln und zu ordnen, um damit bei einer Schuldnerberatung wie beispielsweise schuldendirekthilfe.de professionelle Hilfe zu suchen. Es gibt allerdings anonyme Selbsthilfegruppen, in denen sich Menschen, die sich gerade in einem Insolvenzverfahren befinden, treffen und offen über ihr Problem sprechen oder anderen Betroffenen einfach nur zuhören können.

Die Gründe für eine Überschuldung sind vielschichtig

In mehr als jedem vierten Fall ist der Verlust der beruflichen Stellung der Hauptgrund für das Abrutschen in die Privatinsolvenz. Die Betroffenen scheitern daran, Ausgaben zeitnah den verringerten Einnahmen anzupassen. Ähnliches tritt oft im Falle von Scheidungen oder dem Tod eines Partners ein. Gerade beim Verscheiden des Partners lässt sich der Wegfall des Einkommens oft nicht kompensieren. Im Rahmen einer Scheidung entstehen dagegen zusätzliche Kosten wegen der Führung eines zweiten Haushalts sowie aufgrund von Anwalts- und Gerichtsgebühren. Außerdem entfällt eine Vielzahl steuerlicher Vorteile. Diese Fälle betreffen gut 14 Prozent. Weitere 13 Prozent sind auf Unfälle, Krankheit und Sucht zurückzuführen.

Die Ansprüche herunterschrauben

Darüber hinaus haben Privatinsolvenzen ihre Ursache in maßlosem Konsum etwa in Form von Einkäufen oder hohen Handyrechnungen. Gerade in diesen Fällen ist die Scham meist besonders groß, da sich die eigene Verantwortung für die Überschuldung nur schwer leugnen lässt. Umso wichtiger ist es dann, über seinen eigenen Schatten zu springen und trotzdem aktiv zu werden. Nur so lässt sich ein weiteres Anwachsen des Schuldenberges verhindern.

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