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Neuer EZB- Notenbankchef – Mario Draghi

5 Monate vor Ende der achtjährigen Amtszeit von EZB-Chef Jean Claude Trichet, wurde heute der Nachfolger gewählt. Frankreich blockierte zunächst die Entscheidung, da es dann ab sofort kein Gremiumsmitglied der Europäischen Notenbank mehr stellt.

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Ab November 2011 wird Mario Draghi das Amt des Europäischen Notenbankchefs übernehmen und für acht Jahre innehaben. Derzeit ist er noch Chef der italienischen Notenbank.

Davor lehrte er als Professor an der Universität in Florenz und Harvard und arbeitete für die Weltbank. Von 2002-2005 arbeitete er als Vizepräsident bei dem Wertpapierhandelsunternehmen Goldman Sachs.

Das Handelsblatt titelt: Mario Draghi – weder Falke noch Taube

In Fachkreisen gilt Draghi als pragmatisch, gut strukturiert und analytisch. Die einzige Schattenseite an seiner Person scheint die Tätigkeit bei Goldman Sachs. Denn dem Finanzunternehmen wird laut Handelsblatt vorgeworfen Griechenland beim Verschönern der Haushaltszahlen geholfen zu haben. Draghi bestreitet davon gewusst zu haben. Er verließ 2005 das Unternehmen und wurde italienischer Notenbankchef.

Ein Italiener an der Spitze der EZB

Dass ab November dann zwei Italiener im EZB-Rat sitzen, ist für Frankreich nicht hinnehmbar. Daher forderte Frankreich, dass der zweite Italiener Bini Smaghi Platz für einen Franzosen macht. Es gibt eine Art offene Regel, die besagt, dass im Rat keine Nation mehrmals vertreten sein soll und die vier wichtigsten EU-Länder vertreten sein müssen. Daher scheint die Forderung der Franzosen durchaus nachvollziehbar.
Smaghi wird also gehen. Dafür will er aber wiederum eine vergleichbar gute Stelle haben.

Frühere Chefs waren der sich jetzt noch im Amt befindliche Franzose Jean Claude Trichet und der niederländische Ökonom Wim Duisenberg. Nun beginnt der dritte Chef ab November seine Reise durch den Euro-Rettungsdschungel.

Griechenland und Co. warten schon auf ihn…

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