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Gründerinnen bei Krediten im Nachteil

Gründerinnen bei Krediten im Nachteil

Wenn Frauen Unternehmen gründen wollen, haben sie es schwerer als Männer an Kredite zu kommen. Das liegt an einer indirekten Diskriminierung.

Unternehmerinnen machten im Jahre 2015 insgesamt rund 298 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland. Das sind etwa sieben Prozent des Gesamtumsatzes im Mittelstand mit etwa 3,3 Millionen Beschäftigten. Die Anzahl von Unternehmerinnen wächst, trotzdem halten sich ein paar Hürden hartnäckig.

Unternehmen starten in Frauenhand kleiner und zaghafter

So haben es Gründerinnen schwerer als Männer, an Kredite von der Bank zu kommen. Der Grund dafür ist nicht etwa, dass die Berater sie direkt diskriminieren würden. Ihre Kreditanfragen werden trotzdem häufig abgelehnt, weil Frauen anders an Gründungen herangehen.

Sie gründen meist in Branchen, die einen geringen Finanzierungsbedarf haben. Die Unternehmen starten außerdem sehr klein und sind nicht selten als Nebenbeschäftigung ausgelegt. Gründungen sind aber erst ab höheren Investitionssummen attraktiv für die Geldhäuser. Außerdem wachsen Unternehmen von Frauen generell nicht so schnell, wenn diese als Nebenerwerb angelegt sind und die Investitionen fehlen.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es noch?

Frauen, die Unternehmen gründen oder gründen wollen, befinden sich also in einer Art Teufelskreis. Sie können diesem entkommen, indem sie mehr Mut und Risiko beweisen, aber auch andere Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen, zum Beispiel:

  • Mikrokredite der Förderbanken der Länder: Neben der bundesweit agierenden Kreditanstalt für Wiederaufbau gibt es in den Ländern eigene Förderbanken, die Gründerinnen unterstützen.
  • Wagniskapital von Beteiligungsgesellschaften: Auch Venture Capital genannt, kommt dieses Geld von Investoren, die in innovative Unternehmenden in der Anfangsphase investieren.
  • Investitionen durch Institutionen: Es gibt spezielle Fonds, aber auch Stipendien für Gründer.
  • Business Angels: Diese Experten beteiligen sich finanziell und über ihr Wissen an einer Existenzgründung. Um einen Business Angel zu finden, bieten sich spezielle Unternehmer-Veranstaltungen, Start-up-Plattformen im Internet und Business-Angel-Netzwerke an.
  • Crowdfunding: Der Gründer stellt hier sein Projekt zunächst online vor. Nutzern, denen das gefällt, dürfen spenden und bekommen dafür eine vorher versprochene Belohnung.



Bild: Thinkstock, 458547251, iStock, AmmentorpDK

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