Immobilien: Bauzinsen auf dem tiefsten Stand seit Jahresbeginn

Immobilien: Bauzinsen auf dem tiefsten Stand seit Jahresbeginn

Die Zinsen für ein langfristiges Baudarlehen betragen zurzeit etwa zwei Prozent. Das ist in diesem Jahr das bisherige Rekordtief. Experten rechnen mit einem leichten Zinsanstieg.

Günstige langfristige Baudarlehen

Die Zinsen für langfristige Baufinanzierungen haben ihren bisherigen Jahrestiefstand erreicht: Wie das Finanzvergleichsportal biallo.de berichtet, werden für Baudarlehen mit 15 Jahren Zinsbindung durchschnittlich 1,78 Prozent Zinsen verlangt, und für solche mit einer Laufzeit von 20 Jahren 2 Prozent. Die günstigsten Anbieter wurden von der FMH-Finanzberatung ermittelt: Es sind die Allianz mit 1,4 Prozent sowie die Degussa Bank mit 1,53 Prozent pro anno – bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro, einem Darlehen von 250.000 Euro und einer anfänglichen Tilgung von 3 Prozent. Eine zehnjährige Zinsbindung schlägt bei der Degussa Bank mit 1,07, bei der Allianz mit 1,14 und bei der PSD Bank Köln mit 1,11 Prozent zu Buche. Das dürfte viele motivieren, selbst Eigentümer zu werden: Interessenten können unter baufi24.de einen Baufinanzierungsrechner nutzen, um ihren Finanzierungsaufwand zu ermitteln. Zusätzlich gibt es auf der Seite eine Checkliste für die Baufinanzierung.

Zinsanstieg wird erwartet

Finanzexperten rechnen in den nächsten 24 Monaten mit einem leichten Ansteigen der Baufinanzierungszinsen. Sollte die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 2019 einen ersten Zinsschritt in die Wege leiten, dürfte dieser nach Ansicht der Experten eher klein ausfallen. Gemessen an früheren Zeiten bleiben die Bauzinsen laut Ansicht der Experten in nächster Zukunft trotzdem eher niedrig. Das gilt vor allem für die reale Zinslast nach Abzug der Inflationsrate. Laut einer Umfrage des Vermittlungsportals Interhyp sind die meisten Zins-Experten unter den Baufinanziern der Meinung, dass sich das Zinsniveau sich in naher Zukunft einem mehr oder minder gleichbleibenden Niveau bewegen wird.

Gründe für steigende oder weiter sinkende Bauzinsen

Es gibt mehrere Ursachen, die für ein Ansteigen oder ein weiteres Absinken der Bauzinsen sorgen könnten: Da wäre zunächst eine anziehende Weltkonjunktur, mit positiven Konjunkturaussichten für den europäischen Sprachraum. Auch steigende Zinsen für Geldanlagen in US-Dollar können eine Rolle spielen, insbesondere bei Kapitalumschichtungen aus dem Euro in den US-Dollar. Ein weiterer Grund für steigende Bauzinsen ist eine Personalie: Die Amtszeit des EZB-Präsidenten Mario Draghi läuft im Oktober 2019 ab. Spätestens dann könnte eine Änderung der EZB-Zinspolitik erfolgen, die ein Ansteigen der Bauzinsen zur Folge haben könnte.

Für Bauzinsen auf einem weiterhin niedrigen oder sinkenden Niveau könnte eine Schwächung der EU-Konjunktur sorgen, besonders im Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU. Auch ein möglicher Handelskrieg mit den USA kann zu einem bleibend niedrigen Zinsniveau beitragen, ebenso wie eine Überhitzung des Immobilienmarktes.

Bildquelle: Pixabay, 1005491, moerschy

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