Welche Möglichkeiten kann man zur Baufinanzierung nutzen?

Für die Baufinanzierung gibt es verschiedene Möglichkeiten – die richtige Wahl hängt von der eigenen Situation, den Gesamtkosten und dem Bedarf an Fremdkapital ab. Die Baufinanzierung muss also individuell gestaltet werden. Eine Übersicht zu möglichen Lösungen.

Erste Voraussetzung, für sich die richtige Baufinanzierung zu wählen, ist zunächst der genaue Überblick über die eigene finanzielle Lage, über das monatliche Einkommen und alle Ausgaben sowie die realistische Berechnung der Gesamtkosten.

Zum Eigenheim mit der richtigen Baufinanzierung © Concrete Forms/Flickr

Baufinanzierung: Eigenkapital als Basis

Die Immobilien-Finanzierung steht und fällt mit dem Eigenkapital – die meisten Banken erwarten für eine stabile Baufinanzierung 20 bis 30 Prozent Eigenkapitalquote. Wird diese Rate unterschritten, führt dies normalerweise dazu, dass das Baudarlehen teurer wird, denn die Banken lassen sich das größere Risiko mit höheren Zinssätzen bezahlen. Zudem wird dann die monatliche Kreditrate größer.

Baufinanzierung: Hypothekendarlehen oder private Kredite

Im Normalfall wird das benötigte Fremdkapital der Baufinanzierung über ein Hypothekendarlehen als so genanntes Annuitätendarlehen beschafft, das meist mit einer Grundschuld abgesichert wird. Dabei bleibt die Monatsrate gleich, so dass sich Anteil der Zinsen an der monatlichen Rate immer weiter verringert, während sich der Tilgungsanteil mit der Zeit erhöht. Empfohlen wird meist eine fünf- oder zehnjährige Zinsbindung, möglich sind aber auch flexible Zinsraten. Oft können Extraraten, so genannte Sondertilgungen, ausgehandelt werden. Inzwischen gibt es aber zunehmend Hypothekendarlehen, die hinsichtlich Tilgung und monatlicher Raten flexibel sind, so dass man die Raten der eignen Situation anpassen kann.

Eine günstige, aber eventuell persönlich belastende Variante der Baufinanzierung ist ein privates Darlehen, zum Beispiel von Familienangehörigen. Das private Darlehen kann dazu genutzt werden, bei Verhandlungen mit der Bank eine höhere Eigenkapitalquote nachzuweisen und damit bessere Konditionen auszuhandeln.

Baufinanzierung über Versicherungen und Bausparvertrag

Oft wird auch eine Renten- oder Lebensversicherung zu Baufinanzierung über ein tilgungsfreies Darlehen genutzt. Dabei werden während der gesamten Laufzeit nur Zinsen gezahlt. Der Kreditbetrag wird am Laufzeitende auf einmal mittels einer auszahlungsreifen Lebensversicherung getilgt, die währenddessen angespart wurde.

Eine recht neue Baufinanzierungsart bildet das so genannte Riester-Darlehen: dabei werden die Riester-Zulagen in die Darlehenstilgung eingebunden. Oft wollen Kreditinstitute das versicherungsgebundene Hausdarlehen aber nur akzeptieren, wenn die Versicherung bei ihnen abgeschlossen wurde.

Außerdem gibt es Bauspardarlehen. Oft können diese aber erst ausgezahlt und genutzt werden, wenn sie zuteilungsreif sind – dazu muss man schon Jahre zuvor eine Mindestsumme in den Bausparvertrag eingezahlt haben. Die Sofort-Finanzierung mit einem Bausparvertrag bietet aber den Vorteil gleich bleibender Monatsraten und Zinssicherheit. Wenn die Baumaßnahmen dazu führen, dass dabei Energie gespart wird, gibt es zudem die Möglichkeit eines KfW-Kredits.

Eine weitere Möglichkeit bieten unabhängige Berater, die über die Vielzahl der verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, Konditionen, Darlehensgeber, Banken oder Versicherer den professionellen Überblick haben und so den individuell besten Plan vorlegen können.