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Trotz billigen Baugelds: gut überlegt von der Mietwohnung ins Eigenheim

Trotz billigen Baugelds: gut überlegt von der Mietwohnung ins Eigenheim

In Städten wie München, Hamburg oder Düsseldorf muss man zum Teil tief in die Tasche greifen, wenn man in einer guten Gegend wohnen möchte. Auch die Weltmetropole Berlin, die ehemals auch für ihre günstigen Mietpreise bekannt war, hat ein Gentrifizierungsproblem. Gerade in den „hippen“ Bezirken werden Mietwohnungen nicht nur rar, sondern für viele Mieter schlichtweg zu teuer. Daher zieht es viele in die Randgebiete oder aufs Land oder der Gedanke geht immer häufiger in Richtung Immobilienkauf oder Hausbau.

Mieten steigen, Baugeld wird billiger

Die durchschnittliche Kaltmiete ist im Zeitraum von nur zehn Jahren in den Bundesländern Berlin und Bayern um bis zu 15 Prozent gestiegen, Spitzenreiter ist Bremen mit knapp 19 Prozent. Dicht darauf folgen Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Weniger stark sind die Mieten in den östlichen Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern angestiegen. In Sachsen waren es im Durchschnitt weniger als drei Prozent, der niedrigste Wert im bundesweiten Vergleich. Diesem Trend kann nur durch einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage entgegengewirkt werden. Doch obwohl in Deutschland 2016 so viele Baugenehmigungen bewilligt wurden, wie seit 16 Jahren nicht mehr, wird es noch einige Jahre dauern, bis sich die Situation wieder ausgeglichen hat. Im selben Zeitraum, in dem die Mietpreise in die Höhe kletterten, fielen die Zinsen für Baugeld kontinuierlich. Grund für viele Mieter – besonders junge Familien – sich von der Mietwohnung zu verabschieden und ein Haus im Grünen zu kaufen oder zu bauen. Doch wie hoch sollte der Kredit sein? Schließlich möchte man sich nicht an jahrzehntelange Zahlungen binden, die auf die Dauer belasten.

Grafik steigender MietenQuelle: https://www.bkm.de/

Kreditsumme richtig kalkulieren – konservativ rechnen

Auch bei Niedrigzinsen gilt: Die Höhe des Kredits hängt von den persönlichen Umständen ab. Dazu zählen das Alter, der Verdienst und eventuell bereits vorhandenes Eigenkapital. Das Alter – und damit die restlichen Jahre in denen mit einem monatlichen Verdienst gerechnet werden kann – bestimmt die Laufzeit eines Kredits. Denn mit Eintritt in das Rentenalter sollte dieser spätestens abgezahlt sein. Aus diesem Grund spielt der Verdienst eine ebenso wichtige Rolle bei der Festsetzung der Kreditsumme. Denn wer ein geringes Einkommen hat, wird weniger davon monatlich in die Tilgung investieren können. Auch fällt es hier schwerer, bei gleichzeitiger Belastung durch Mietzahlungen einen ausreichenden Eigenanteil anzusparen. Deswegen fällt es vor allem jungen Familien schwer, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, auf die „Property Ladder“ aufzusteigen. Erst wenn die persönlichen Rahmenbestimmungen geprüft und abgewägt worden sind, sollte anhand der so ermittelten optimalen Kredithöhe die Immobilie ausgesucht werden. Tipp: Nicht zu knapp kalkulieren, immer etwas Puffer für unvorhergesehene Ausgaben machen!

Hausbau realistisch planen – an die Zukunft denken

Bei der Hausbauplanung sollten auch genügend Puffer eingeplant werden. Oft verzögern sich Bauprojekte, und was in der Vorstellung bis Anfang Herbst mit eigener Muskelkraft bewerkstelligt sein wollte, muss oftmals doch noch kurz vor Wintereinbruch von einem Team professioneller Handwerker erledigt werden. Für solche Fälle sollte entsprechendes Budget vorhanden sein. Auch Posten, an die man eventuell nicht sofort denkt, sollten berücksichtigt werden. Dazu gehören spezieller Einbruchsschutz (Sicherheitstüren und -Fenster, Alarmanlagen oder Bewegungsmelder). Diese sollten auf jeden Fall vom Fachmann bestellt und eingebaut werden. Damit schützen Bauherren nicht nur ihr Eigentum, sondern steigern langfristig auch den Wert ihrer Immobilie, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden soll. Wer auch im Alter in der Immobilie wohnen bleiben möchte, sollte schon beim Bau an Barrierefreiheit denken. Auch die richtige energieeffiziente Bauweise kostet anfangs etwas mehr, spart aber langfristig bares Geld.

Artikelbild: Thinkstock_179692092, Wavebreak Media, Wavebreakmedia Ltd

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