Null-Prozent-Finanzierung, Ratenkredite, Konsumneigung: Immer mehr Deutsche verschulden sich

Die Zinsen im Euro-Raum befinden sich momentan auf einem historisch niedrigen Niveau: Sparer ärgern sich, Kreditnehmer können sich freuen. Verbraucher können Anschaffungen zu günstigen Konditionen finanzieren, einige Anbieter locken sogar mit Null-Prozent-Finanzierungen. Das verstärkt aber das Problem der Verschuldung.

Niedrige Zinsen sollen Wirtschaft beleben

Der Euro-Raum durchlebt schwere ökonomische Zeiten: Einige Länder ächzen unter hohen Schulden, zudem wächst die Wirtschaft zu langsam. Dem begegnet die Europäische Zentralbank mit geringen Leitzinsen. Sie erhofft sich dadurch, dass Unternehmen und Privatpersonen Geld leihen und damit Investitionen tätigen. Speziell bei den Verbrauchern wünscht sich die Notenbank, dass diese Käufe auf Kredit und eine abnehmende Sparneigung zu einer erhöhten Nachfrage nach Konsumgütern und damit zu mehr Umsätzen bei Firmen führen. Zum Teil geht diese Hoffnung auf: In Deutschland entwickelt sich die Binnenkonjunktur trotz der Euro-Krise zufriedenstellend, günstige Finanzierungen auf Kredit tragen dazu bei. So können Verbraucher mittlerweile zahlreiche Waren kreditfinanziert kaufen, von Autos über Möbel und Haushaltsgeräte bis hin zur Kleidung. Der volkswirtschaftlich positiven Konsumlaune steht aber ein bedeutender negativer Aspekt entgegen: Immer mehr Verbraucher nutzen solche Möglichkeiten, können später aber die Raten nicht mehr bezahlen.

Überschuldung meiden und im Notfall Problem beherzt anpacken

Die durch günstige Ratenfinanzierungen angefachte Konsumlaune endet vielfach in der Schuldenfalle. Diesem Schicksal sollten Verbraucher entgehen, indem sie ihre finanzielle Situation stets vernünftig einschätzen. Auf Kredit sollten sie nur kaufen, wenn sie sich sicher sind, dass sie die Raten bis zum Laufzeitende stemmen können. Hat die Schuldenfalle bereits zugeschnappt, empfiehlt sich neben dem Hinzuziehen einer Schuldnerberatung (mehr unter schuldendirekthilfe.de) ein engagiertes Anpacken:

  • Zuerst sollten Überschuldete die Forderungen sowie die Einnahmen und Ausgaben auflisten.
  • Durch Sparmaßnahmen sollten sie die Ausgaben reduzieren, so dass sie fortan die Raten begleichen können. Sie sollten beispielsweise Abos kündigen und zu einem günstigeren Stromanbieter oder Versicherer wechseln.
  • Bei ausstehenden Ratenzahlungen sollten Überschuldete Kontakt mit den Gläubigern aufnehmen und versuchen, einen individuellen Abzahlplan auszuhandeln. Im schlimmsten Fall bleibt die Privatinsolvenz als Ausweg.

Verlockende Finanzierungsangebote: Verbraucher sollten aufpassen

Jetzt bekommen, später per Raten bezahlen: Das verleitet viele zu einem finanziell unvernünftigen Handeln. Niemand sollte ein solches Angebot vorschnell annehmen. Auch auf den ersten Blick niedrig scheinende Raten können bald zur finanziellen Überforderung führen. Volkswirtschaftlich mag eine starke, kreditfinanzierte Konsumlaune zwar helfen, individuell kann aus ihr große Not resultieren.

Bild: Thinkstock, iStock, shironosov

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