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Kreditscoring – Kreditwürdigkeit überprüfen

Es ist schwierig geworden, über die Kreditwürdigkeit zu entscheiden. Ein automatisiertes Punktesystem soll Hilfestellung leisten und sorgt für eine schnelle Bearbeitung. Doch gänzlich ohne Nachteile für den Kunden ist dies nicht.

Ausgehend von persönlichen Angaben, wie Name, Wohnort und Beruf, sowie möglichen Sicherheiten und Kreditverhalten werden Punkte standardisiert vergeben. Je höher der zusammengerechnete Score umso besser wird die Kreditwürdigkeit eingeschätzt. In einem zweiten Schritt wird der Score einer Risikoklasse zugeordnet und erleichtert somit dem Kreditinstitut die Entscheidung.

Zum ersten Mal wurde das Scoresystem 1996 von der Schufa eingesetzt. Dieses Modell ist zweifelsfrei kosten- und zeitsparend und objektiv, die persönliche Meinung eines Kreditsachbearbeiters fließt nicht in die Bewertung mit ein. Unterschieden wird zwischen internem und externem Scoring, also zwischen einer Punktevergabe durch das Kreditinstitut selbst und einem Ranking durch ein anderes Unternehmen. Sinn und Zweck in beiden Fällen ist die Risikominimierung für das Kreditinstitut.

Negativ auffallend sind allerdings Probleme, die sich aus dem Datenschutz ergeben: Abfragen können ohne Zustimmung des Kunden erfolgen, Daten können weitergereicht werden. Weiterhin eleminiert gerade der Versuch der Objektivierung des Kreditvergabeprozesses die wichtige persönliche Erfahrung des Kreditsachbearbeiters. Daraus können Schwierigkeiten entstehen sowohl für das Kreditinstitut in Form von Fehleinschätzungen bei fehlender Aktualität der Daten als auch für den Kunden mit hohen Zinsen bis hin zur Ablehnung des Kredits.

Hinter der Idee des Kreditscoring steht der Vorteil für den Kreditgeber, sein Risiko besser abschätzen zu können, und für den Kreditnehmer, gerechte und schnelle Bearbeitung. Die Umsetzung beider Ziele fällt jedoch in der Praxis sehr unterschiedlich aus.

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