Bauzinsen – wie geht es weiter?

Bauzinsen - wie geht es weiter?

Jahrelang kannten die Bauzinsen nur einen Weg – nach unten. Im Mai dieses Jahres wurden historische Tiefststände erreicht. Nie waren Baukredite so billig. Seitdem steigen die Zinsen für Hypothekendarlehen wieder. Nur ein vorübergehendes Phänomen oder eine Entwicklung von Dauer? Hier ist ein Erklärungsversuch.

Geld- und Zinspolitik beeinflusst Bauzinsen

Die Bauzinsen folgen im Großen und Ganzen der Zinsentwicklung am Kapitalmarkt. Insbesondere die Zinsen für langfristige Pfandbriefe werden wegen des engen Zusammenhangs zu Hypothekenfinanzierungen gerne als Orientierungswert für die Bauzinsentwicklung genutzt. Die Kapitalmarktzinsen hängen wiederum in starkem Maße von der Geld- und Zinspolitik der Zentralbanken sowie der konjunkturellen Lage ab. Beide Faktoren haben niedrige Zinsen in den letzten Jahren begünstigt. Wichtige Industrieländer wie die USA oder etliche europäische Staaten hatten parallel zur Finanz- und Eurokrise mit der Rezession zu kämpfen. EZB und FED fluteten daraufhin den Markt mit billigem Geld, um die Wirtschaft anzukurbeln und das Finanzsystem zu stabilisieren. Mehrfach wurden die Leitzinsen gesenkt.

Bauboom und Markterwartungen bewirken Zinsanstieg

Die lockere Geldpolitik hält nach wie vor an. Erst vor wenigen Monaten künigte der EZB-Chef Draghi an, die Zinsen im Euro-Raum weiter niedrig zu halten. Auch die USA haben trotz zum Teil gegenteiliger Forderungen und Ankündigungen den Geldhahn noch nicht zugedreht. Allerdings sind die Erwartungen am Markt, dass sich das in Zukunft ändern könnte, größer geworden. Insgesamt positivere Wirtschaftsnachrichten aus den USA stärken – trotz Haushaltsstreit – diese Einschätzung. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Zinsen am langen Ende seit einigen Monaten wieder steigen. Dies macht sich nicht nur bei den Anlage- sondern auch bei den Kreditzinsen bemerkbar. Langfristige Baudarlehen sind auch betroffen. Am kurzen Ende hält die Niedrigzinsphase dagegen an. Bei den Bauzinsen wirkt sich außerdem die Baukonjunktur aus. Der Immobilienboom lässt die Nachfrage nach Baukrediten steigen – das erhöht die Zinsen.

Zinsen sichern – die richtige Strategie

Bisher sind die Zinssteigerungen sehr moderat. Sie bewegen sich in einer Größenordnung von etwa 0,4 bis 0,6 Prozent-Punkten. Baufinanzierungen sind also nach wie vor sehr günstig. Für Bauherren heißt das: die niedrigen Zinsen sichern, so lange es geht. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen nochmal deutlich sinken, ist eher gering.

Bildquelle: Pixabay, WerbeFabrik, 870757

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